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Neues Gesetz schreibt wintertaugliche Reifen vor.



Autofahrer sollten ab sofort den Wetterbericht noch genauer beachten: Bei Schnee, Reif- und Eisglätte sind M+S-Reifen vorgeschrieben, beschloß der Bundesrat.

Was legt das Gesetz fest?
Ab sofort sind M+S-Reifen ("Matsch & Schnee") Pflicht bei Glatteis, Schneematsch, Schneeglätte, Eis- oder Reifglätte. Eine Winterreifen-Pflicht für einen bestimmten Zeitraum (z. B. Oktober bis März) gibt es nicht.

Sind M+S das Gleiche wie Winterreifen?
Nein, M+S gibt es als Winter- und Ganzjahresreifen ("Allwetter"). Was Sie wählen, ist Ihnen überlassen - es muss nur M+S sein. Die Bezeichnung zeigt an, dass der Reifen auch bei Matsch und Schnee noch sicher ist (besserer "Griff" auf der Straße).

Wann tritt die änderung in Kraft?
Am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt - ab 01.12.2010. Wichtig: Danach gibt es keine übergangsfrist. Wer keine Winterreifen hat, sollte deshalb nächste Woche welche kaufen, wenn für seine Region Schnee oder Eis angekündigt sind.

Für wen gilt das Gesetz?
Für alle Auto-, Lkw-, Bus- und Motorradfahrer. Dabei ist es egal, ob das Fahrzeug Ihnen gehört - auch bei einem Mietwagen sind Sie dafür verantwortlich, dass bei Winterwetter M+S-Reifen aufgezogen sind. Auch Fahrzeuge, die im Ausland zugelassen wurden, müssen bei Fahrten in Deutschland die vorgeschriebenen Reifen haben.

Wie kontrolliert die Polizei?
Durch einen Blick auf den Reifen - M+S-Reifen lassen sich durch den Aufdruck der beiden Buchstaben leicht erkennen.

Welche Strafen drohen?
Sind Sie bei Winterwetter ohne M+S-Reifen unterwegs, drohen 40 Euro Strafe plus ein Punkt in Flensburg. Behindern Sie dabei andere (z. B. weil Sie an einer Steigung stecken bleiben), 80 Euro und ein Punkt.

Was gilt für geparkte Autos?
Die Strafen drohen nur, wenn ein Auto ohne vorgeschriebene Reifen fährt. Ist es geparkt, greift das Gesetz nicht.

Welche Profiltiefe muss der Reifen haben?
Das Gesetz schreibt mindestens 1,6 Millimeter vor. Aus Sicherheitsgründen sollten es sogar vier Millimeter sein, rät der ADAC. Tipp: 2-Euro-Münze ins Profil stecken - der silberne Rand sollte verdeckt sein.

Sind Gütesiegel wichtig?
Das Gesetz schreibt nur den Aufdruck "M+S" vor. Der ADAC empfiehlt Reifen mit dem zusätzlichen "Three-Peak-Mountain"-Siegel (Schneeflocke mit drei Berggipfeln). Sie werden strenger geprüft.

Riskiere ich ohne M+S-Reifen auch den Versicherungsschutz?
Ja, die Kaskoversicherung kann bei einem Unfall teilweise oder ganz die Zahlung verweigern, wenn die fehlenden M+S-Reifen Ursache des Unfalls gewesen sind.

Quelle: ADAC

So unterscheiden sich Sommer- und Winterreifen


Die wichtigsten Merkmale, die Sommer- und Winterreifen unterscheiden:
  • Die Gummi-Mischung: Sommerreifen sind härter, haben auf trockenen Straßen einen besseren Griff. Winterreifen sind weicher, auch bei Kälte noch elastisch. Sie greifen dadurch bei Frost, Schnee und Eis besser.
  • Das Profil: Winterreifen haben neben den Einkerbungen zusätzliche Lamellen, die Näße und Matsch vom Reifen ableiten. So rutscht das Fahrzeug bei schlechtem Wetter weniger.
Winterreifen
Was bedeutet das Symbol "M+S"?
Es kennzeichnet Reifen, die für Matsch und Schnee geeignet sind. Die Bezeichnung ist nicht geschützt, mit nur wenigen konkreten Auflagen (größere Profilabstände) und keinem Test verbunden. Jeder Hersteller kann sie für seine Reifen verwenden, auch asiatische Billighersteller.

Winterreifen
Was bedeutet das Schneeflocken-Symbol?
Das Symbol aus drei Berggipfeln mit einer Schneeflocke steht zusätzlich auf speziell geprüften Winterreifen. Die haben in einem standardisierten Test (1999 in den USA entwickelt) bewiesen, dass sie wintertauglich sind. Der ADAC empfiehlt diese Reifen nicht nur "M+S".

Wie lange halten die Reifen?
Im Schnitt fünf bis sechs Jahre, abhängig davon, wie viel Sie pro Jahr fahren. Ganzjahresreifen (Mischung aus Sommer- und Winterreifen) nutzen sich etwas schneller ab, weil ihr Gummi weicher ist.

Quelle: AUTOBILD